Töpfchentraining

Töpfchentraining

„Braucht er/sie noch Windeln?“, „Seid’s ihr schon windelfrei“, „Und, geht er/sie schon auf’s Töpfchen?“

Diese Fragen haben wohl beinahe alle Mamas das eine oder andere Mal zu hören bekommen. Der Druck der insofern auf uns Mamas lastet, ist oftmals enorm. Von einem 3-Jährigen wird quasi automatisch erwartet, dass er bereits sauber ist  – oder zumindest tagsüber keine Windel mehr trägt. Viele Eltern fühlen sich aufgrund dessen bereits schon sehr früh unter Druck gesetzt und wollen, dass ihr Kind so schnell wie möglich sauber wird.

Aber ist dies auch der richtige Weg? Sollen wir uns in dieser und ähnlicher Dinge tatsächlich von Außenstehenden reinreden lassen, wo es doch um UNSERE Kinder geht? Ich sage NO WAY. Bloß nicht drängen lassen und noch wichtiger, sein Kind nicht dazu drängen! Es kommt wie es kommt. Und ohne Zwang und Druck womöglich sogar schneller als erwartet.

Richtige Vorbereitung

Sauber zu werden ist ein Prozess. Ein Prozess der Geduld, Verständnis und Vorbereitung Bedarf. So wie in vielen anderen Situationen brauchen Kinder Vorbereitung auf das was sie erwartet und was auf sie zukommt. Die Art und Weise wie man an die Sache herangeht, mag ganz unterschiedlich aussehen. Hier ist vorab zu entscheiden, ob das Geschäft auf einem Töpfchen oder mithilfe einer Toilettentreppe am WC verrichtet werden soll. Dabei sollte man dem Kind die Entscheidung überlassen womit es sich persönlich am wohlsten fühlt. Schließlich ist der Gang auf die Toilette, oder aufs Töpfchen, etwas sehr Persönliches weshalb sie sich zu 100% sicher sein und wohlfühlen sollten. 

Im nächsten Schritt folgen Trockenübungen. Dabei zeigt und erklärt man wofür das Töpfchen und das WC eigentlich gedacht sind. Dies könnte beispielsweise so aussehen, dass man die volle ‚Kacka‘ Windel im Töpfchen ausleert. Kinder zeigen meist große Faszination für dieses komisch aussehende Ding das sich plötzlich darin befindet. Hier ist es wichtig zu erklären was es ist, wo es herkommt und wo es hineinsoll.

Alternativ dazu, oder idealerweise auch als Ergänzung, kann die Vorbereitung auch mithilfe entsprechender Kinderbücher gemacht werden. Diese erklären es meist auf eine sehr kinderfreundliche und lustige Art, sodass die Kinder es am Ende sogar als etwas Tolles empfinden wenn sie das ‚nachmachen‘ können was sie zuvor im Buch gesehen haben.

Hier eine Liste einiger empfehlenswerter Bücher:

  • Der kleine Klo-König
  • Alle müssen mal aufs Klo
  • Moritz Moppelpo braucht kein Töpfchen mehr 
  • Zähne putzen, Pipi machen

Den idealen Zeitpunkt abwarten

Vorweg ist zu sagen, dass jedes Kind ein Individuum ist und eine pauschale Aussage darüber, ab welchem Alter ein Kind sauber ist, oder sein sollte, gibt es schlicht nicht. Natürlich haben viele Eltern den Wunsch, dass ab einem bestimmten Alter auf die Windel verzichtet werden kann. Das ist aber genau DAS PROBLEM. Den Kleinen wird sehr oft der Druck auferlegt es schaffen zu MÜSSEN. Dabei gilt es einfach den natürlichen Entwicklungsprozess eines jeden Kindes abzuwarten. Tatsächlich ist es so, dass Kinder erst im Alter von 1,5 bis 2,5 Jahren beginnen den Ausscheidungsvorgang als solchen wahrzunehmen, sprich erst dann merken sie selbst, dass sie ‚Lulu‘ oder ‚Kacka‘ müssen und können dies auch signalisieren. Ab diesem Zeitpunkt sind die meisten Kinder dann bereit mit dem Töfpchentraining zu beginnen.

Geduld, Geduld, Geduld

GEDULD. Prinzipiell DAS Grundrezept zu einem friedvollen Miteinander wenn man Kinder hat. In so ziemlich jeder Phase die Kinder im Laufe ihres Lebens durchmachen ist von uns Eltern gerade GEDULD eine der wichtigsten Tugenden. So auch beim sauber werden. Es werden womöglich viele ‚Unfälle‘ passieren, in den oft unpassendsten Situationen, jedoch sollte man niemals das Kind dafür schimpfen oder gar bestrafen. Sie dürfen nicht das Gefühl vermittelt bekommen etwas falsch gemacht zu haben. SIE MACHEN SICH NICHT MIT ABSICHT AN. Jedenfalls meistens nicht. Oft vergessen die Kleinen während des Spielens, wenn sie besonders aufgeregt oder einfach nur durch eine Kleinigkeit abgelenkt sind, dass es Zeit für’s Töpfchen wäre.

Töpfchentraining Sauber werden

Die damit verbundene Scham ist gerade hier ein großes Thema weshalb es wichtig ist das Kind nicht zu schimpfen, wenn einmal etwas ‚daneben‘ gegangen ist. Ja, auch kleine Kinder können sich schämen. Und gerade deswegen ist es wichtig für sie da zu sein und ihnen das Gefühl zu geben, dass es OK ist. Woher sollten sie sonst wissen was passiert wenn sie einfach ‚laufen lassen‘ aber keine Windel mehr tragen die alles auffängt. Nicht vergessen, es ist ein Prozess des Lernens. Es ist sehr viel verlangt von einem Kleinkind, dass sich noch nicht einmal selbst die Schuhe binden kann, seinen Ausscheidungsvorgang selbst zu kontrollieren. 

FAZIT

Sauber werden ist ein essentieller Schritt zum ‚groß werden‘. Es stellt nicht nur für das Kind selbst eine große Veränderung dar, sondern auch für uns Eltern. Wichtig ist dabei jedoch sich niemals von Außenstehenden durch Aussagen wie „…na jetzt wär‘s aber wirklich schon an der Zeit“ unter Druck setzten zu lassen. Mein Tipp: Einfach ignorieren und von außenstehenden Meinungen Abstand nehmen. Lass euer Kind selbst das Tempo angeben. Wir, als Eltern, haben die Rolle ihnen dabei beizustehen und sie bei dieser Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Und, ganz wichtig, LOB. Mit Lob dürfen wir generell um uns werfen wenn’s um’s sauber werden geht 🙂 Der Rest kommt danach ganz von selbst.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Shopping Cart
Scroll to Top